Marienkirche

Marienkirche
Kirchstraße 2
 
Am 20. und 21. April 1945 beschossen amerikanische Jagdbomber deutsche Wehrmachtsverbände, die auf ihrem Rückzug in Owen rasteten. Der Turm der Marienkirche wurde getroffen und brannte ab. Eine Woche später entzündete sich ein verstecktes Glutnest im Dachstuhl des Kirchenschiff, es brannt bis auf die Mauern aus. Wie durch ein Wunder blieb der Chor verschont.
Schon im Mai des Jahres wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen und am 2. September konnte in der von Schutt freigeräumten Kirche Gottesdienst gehalten werden.
1946 präsentiert sich der ausgebrannt Turm mit einem Notdach und die Wiedererrichtung des Dachstuhls für das Kirchenschiff und den Chor werden ins Werk gesetzt.
Die schon im Jahr 1685 errichtete Orgel wurde 1855 durch die sog. Weigle-Orgel [Bild links] ersetzt. Diese ging beim Brand der Kirche in Flammen auf. Auf Veranlassung der Fabrikantenfamilie Leuze wurde von der Orgelbauanstalt Walcker in Ludwigsburg 1946-49 eine neue Orgel gebaut [Bild Mitte] und am 27. März 1949 feierlich eingeweiht. Anlässlich der Kirchenrevonvierung 1985 wurde die heutige Mühleisen-Orgel [Bild rechts] in Auftrag gegeben und am 11. Dezember 1988 in einem festlichen Gottesdienst übergeben.
Im Chor steht hinter dem Altar die Grablege der Herzöge von Teck. Auf der Deckplatte erkennt man den Tecker Wappenschild mit 22 Wecken (Rauten), darüber einen Helm und als Helmzier einen mit Tecker Wecken bedeckten Adlerkopf. Der Adlerkopf trägt eine dreizackige Krone.
Hinter der Tecker Grablege hängt das Triptychon des Rottweiler Malers Conrad Weiß vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Die auf der linken Tafel von einem Schwert durchbohrte Hl. Lucia war Mörikes „liebste Zuhörerin“ in der Kirche, wie er an seine Verlobte Luise Rau schrieb.