Bericht Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des Alt-Owen-Förderkreises e.V. im Gasthaus „Gwölble“ in Owen.

Am 2. März 2018 begrüßte der 1. Vorsitzende des Vereins Rainer Laskowski die Mitglieder des Fördervereines sowie als Gast Herrn Stadtrat Christian Ensinger, der als stellvertretender Bürgermeister Frau Bürgermeister Verena Grötzinger vertrat.

Zuerst wurde der im Jahre 2017 verstorbenen Mitglieder des Vereins gedacht: Karl Glasstetter, Wolfgang Feller und Irmgard Barner, allesamt Gründungsmitglieder aus dem Jahre 2001, sowie Frau Elfriede Tews.

Der 1. Vorsitzende wies im anschließenden Rechenschaftsbericht für das Jahr 2017 daraufhin, dass es zwei Ausschusssitzungen gegeben hat, in denen die Belange des Vereins behandelt und die Organisation der Veranstaltungen des Jahres festgelegt und besprochen wurden. Er erwähnte insbesondere den inzwischen immer wieder stattfindenden Besuch der jährlichen Landesausstellungen, diesmal zum Thema „Die Schwaben zwischen Mythos und Marke“, veranstaltet im Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss in Stuttgart. Ein besonderer Dank dafür galt den beiden Schriftführerinnen des Vereins Gabriele Horer und Angelika Friedrich, die diese interessante und gut besuchte Veranstaltung mit Einkehr perfekt vorbereitet hatten.

Im Ausschuss und bei einem Treffen mit Frau BM Grötzinger im April wurden eine Ergänzung des Stadtrundganges durch zwei weitere Stationen diskutiert, eine am Amtplatz und eine am Bahnhof, die den Rundgang ergänzen und hervorragend abrunden würden. Auch die Instandsetzung des Kelter- oder Weinbrunnens am Standort der ehemaligen großen Stadtkelter vor dem Rathausplatz wurde angeregt, wobei Mittel aber noch fehlten, die Renovierung der an der Marienkirche vorhandenen Kopie der Gedenktafel für den Owener Pfarrer und Professor Dr. Wilhelm Zimmermann, einem Mitglied der ersten demokratischen Versammlung in der Paulskirche in Frankfurt 1848 und Autor des bedeutendsten Werkes über den Bauernkrieg 1525, sowie eine ansprechendere Gestaltung seiner Grabstätte im Bereich der Nordwestecke der Marienkirche, ferner die Unterbringung und Aufstellung eines renaissancezeitlichen Säulenfragmentes vom ehemaligen Marktbrunnens neben der Bernhardskapelle, erst kürzlich wiederentdeckt, eines Mühlsteines und Kellerschiebefensters aus Stein vom ehemaligen Haus des „Kastenpflegers“ in der Rathausgasse, alles zusammen möglicherweise im Bereich des Geschichtshauses.

Neben der aufwendigen Stadtführung des Familienverbandes der Schillinge (110 Personen) im Juni, die auf den Spuren der Schillinge von Cannstatt unterwegs und mit zwei großen Bussen angereist kamen, fanden noch zehn öffentliche und neun angemeldete Führungen mit insgesamt 325 Teilnehmern statt. Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei allen Stadtführerinnen und -führern für ihr Engagement und freute sich besonders über die von ihnen dem Verein gespendeten Führungsgelder. Angeregt wurde von Fritz Nuffer auch, dass es an der Zeit wäre, dass endlich einmal etwas Ausführlicheres über die nahezu 200-jährige Herrschaft der Schillinge in Owen (16. – 18. Jahrhundert) geschrieben und veröffentlicht würde, eine nicht unbedeutende Lücke im Geschichtsbild der Stadt.

Im Juli hatte der Verein zu einer Führung durch die Nachbargemeinde Beuren eingeladen, jedoch war das Echo leider nicht allzu groß. Die Führung mit der Gästeführerin Sauter war jedoch ausgesprochen informativ und fachkundig.

Der Verein beteiligte sich zudem wiederum an den Kosten der Veranstaltungsreihe „Owener Geschichtsdetektive“, die Frau Heidi Schubert wie üblich mit Schülern der Owener Grundschule durchführte; ihr dankte der 1. Vorsitzende besonders für die professionelle Durchführung und somit für die praktische Heranführung Jugendlicher an Geschichte, die uns alle prägt und betrifft.

Zusammen mit dem Schwäbischen Albverein fand im Oktober eine Wanderung im Donntal zur Burgruine Sperberseck statt, die unser Mitglied Dr. Hans-Peter Hils mit besonderem Engagement durchführte. Der 1. Vorsitzende bedankte sich dafür bei Herrn Dr. Hils herzlich, zudem auch noch für die Betreuung und laufende Aktualisierung der immer wieder gelobten Homepage des Vereins.

Hingewiesen wurde zuletzt auch noch auf die regelmäßig in den Monaten November bis Februar zweimal im Monat stattfindenden Lichtkarz-Abende im Geschichtshaus, ein munteres und gemütliches Treffen zumeist Owener Frauen, auch zum Gedankenaustausch.

Die Veranstaltungen des Vereins im Jahre 2018 begannen bereits im Januar mit dem diesjährigen Besuch der großen Landesausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart zum Thema: „Katholische Pracht in der Reformationszeit – Der Meister von Meßkirch“. Die Nachfrage war groß, sodass diesmal zwei Gruppen geführt wurden. Es wurden fundierte Einblicke in die Kunst dieser bewegenden und bewegten Zeit vermittelt.

Als nächste Veranstaltung wird am 17. April im Rahmen des Veranstaltungszyklus “Faszination Wasser“ der Albtrauf-Gastgeber (Verkehrsverein Teck-Neuffen) diesmal unter Federführung der Stadt Owen Herr Dr. Hans-Peter Hils in der Bernhardskapelle zusammen mit dem Landfrauenverein einen Vortrag zum Thema „Von badenden Säuen und Menschen“ halten. Den Hintergrund bildet das ehemalige „Säubad“ in Owen.

In Vorbereitung ist in diesem Rahmen auch eine Besichtigung historischer und moderner Wasserturbinenanlagen an der Lauter, vor allem der Owener Firmen C.A. Leuze und dem Stromerzeuger Ensinger.

Der vom Kassier Christof Leuze vorgetragene Kassenbericht, der einen erfreuliche guten Kassenstand auswies, wurde von den Anwesenden zustimmend zur Kenntnis genommen. In ihrem Kassenprüfungsbericht stellten die beiden Kassenprüfer Willi Beintner und Volker Hahnel fest, dass die Kasse ordnungsgemäß geführt wurde und dem Kassier somit Entlastung erteilt werden könne. Die Versammlung stimmte der beantragten Entlastung einstimmig zu.

Zum Schluss dankte der 1. Vorsitzende allen Mitgliedern des Ausschusses für ihr besonderes Engagement, eingeschlossen auch Frau Heike Ehrmann von der Firma C.A. Leuze für die überaus korrekte Kassenführung.

Stadtrat Christof Ensinger dankte persönlich und im Namen der Stadt dem Verein für seine Arbeit und die gute Zusammenarbeit. Er hob dabei das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder hervor. Durch die Unterstützung des Alt Owen Förderkreises zeige die Stadt auch ihre Wertschätzung der Arbeit des Vereins. Er erfülle mehrere Aufgaben, die sonst in den Zuständigkeitsbereich der Stadt fallen würden, insbeson-dere bei den Führungen in der Bernhardskapelle, dem Geschichtshaus und in der Stadt. Er wünsche sich für die Stadt und den Verein ein weiterhin gutes Miteinander bei der Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben.

Auf seinen Vorschlag hin stimmte die Mitgliederversammlung der Entlastung der Organe des Vereins einstimmig zu. Er führte anschließend auch die Wahlen durch. Es wurden in offener Abstimmung einstimmig wiedergewählt: Christof Leuze, stellvertretender Vorsitzender, Angelika Friedrich und Gabriele Horer, Schriftführerinnen, Karlheinz Ritter, Gerhard Hummel und Dr. Hans-Peter Hils, Beisitzer im Ausschuss. Zu Kassenprüfern wurden wieder gewählt, Willi Beintner und Volker Hahnel. Da keine weiteren Anträge eingegangen waren, konnte der 1. Vorsitzende Rainer Laskowski mit einem besonderen Dank an den stellvertretenden Bürgermeister Christian Ensinger die diesjährige Mitgliederversammlung schließen.


Brunnen vor dem Notariatsgebäude, hist. Ansicht, Aufnahme Volker Hahnel, Owen


Ehemaliger Marktbrunnen am Marktplatz in Owen, abgebrochen 1905, Ausschnitt aus der Originalaufnahme


Ruine Sperberseck, Rekonstruk- tionszeichnung und Schildmauer, aufgenommen aus dem Burginneren


Schwarzwälder Spinnstube, alte Postkarte, Ausschnitt


Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige; Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars der Pfarrkirche St. Martin in Meßkirch; © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann


Das Säubad, Ausschnitt aus dem Pestbild von 1542