Alt-Owen Förderkreis e.V.

2001 – 2016: 15 Jahre Alt-Owen Förderkeis e.V.

Schon im ersten Jahr nach seiner Gründung im Jahr 2001, im Festjahr „850 Jahre Erstnennung Burg Teck“, zeigte der Alt-Owen Förderkreis e.V., wo er künftig seine Schwerpunkte setzen will: Mit einem Festvortrag zur Erstnennung der Burg Teck 1152 auf dem Hintergrund zähringisch-staufischer Beziehungen, gehalten von Prof. Thomas Zotz vom Historischen Seminar der Universität Freiburg, und einer Ausstellung unter dem Motto „Die Teck im Spiegel der Zeit – alte Ansichten und mehr …“ wurde die Bedeutung der Burg selbst und der darauf gesessenen Herzöge von Teck für deren Stadt Owen in festlichem Rahmen gewürdigt. Im Rahmen dieser Ausstellung wurde auch der Konradschild nach einem Hinweis eines Besuchers auf seine Provenienz einer neuen Würdigung unterzogen und hat heute seinen ehrenvollen Platz im Owener Geschichtshaus.

Dann im Jahr darauf, 2003, zeitigten die Aktivitäten des Förderkreises eine Überraschung: Nach umfangreichen Recherchen wurde von Dr. Rolf Götz eine Urkunde aus dem Jahr 1261 aufgefunden, in welcher die Stadt Owen in der historischen Schreibweise owen genannt wird. Dass im selben Jahr an das 850. Sterbejahr des Zisterziensers Bernhard von Clairvaux zu erinnern war, rückte die Owener Bernhardskapelle mit ihrem einzigartigen Freskenzyklus zum Leben des Abtes einmal mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Abbildung: Fresko in der Ostwand der Bernhardskapelle (Ausschnitt).

2011 war für den Alt-Owen Förderkreis wie auch für die Stadt ein besonderes, ein an Höhepunkten reiches Jubiläumsjahr: Gefeiert wurden 750 Jahre erste bekannte urkundliche Erwähnung von Owen, die Einweihung des Historischen Stadtrundgangs Owen und in einer Ausstellung, eröffnet mit dem Vortrag „17 Tage vor Kriegsende – Owen im April 1945 – Jagdbomber hinterlassen Spuren“ des Zeitzeugen Fritz Nuffer, wurde an die Zerstörungen erinnert, die die Stadt Owen so kurz vor Kriegsende noch hinnehmen musste. Ausstellung und Vortrag wurden in einer Dokumentation mit dem Titel Owen – 17 Tage vor Kriegsende 1945 herausgegeben, die mittlerweile bereits die zweite Auflage erreichte.

Krönender Höhepunkt war dann in der ehemals sogenannten Beginenklause die Eröffnung des Owener Geschichtshauses, in dessen Räumen verschiedene Geschichten erzählt werden: von Pflanzen und Tieren rund um den Teckberg, ersten Siedlungen an den Ufern der Lauter, von der Burg Teck mit ihren Herrschern bis zur Stadtgründung im 13. Jahrhundert und vom Leben und Alltag in Owen bis heute.

Im Jahr 2014 wurde in einer Sonderausstellung im Geschichtshaus unter dem Titel Durchgehechelt und sonnengebleicht in einem Rückblick in das 19. Jahrhundert daran erinnert, wie technische Entwicklungen das Leben der Menschen in Owen beinflussten und veränderten. Der Titel mochte zunächst irritieren; doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Owen Flachs angebaut. Die Ausstellung vermittelte einen guten Einblick in den Umstand, dass es von der blauen Blume zur Naturfaser ein langer Weg ist und noch ein weiterer bis zum Leinen, das auf der Bleiche auf der Allmende am Bölle gebleicht wurde. Weitere Ausstellungbereiche zeigten, wie der Aufbau der Elektrizitätsversorgung, der Bau der Eisenbahn und das erste Telefon in Owen den Weg in die moderne Zukunft wiesen. – Für den Alt-Owen Förderkreis war es in diesem Jahr eine besondere Freude, nicht nur zum Ehrenamtspreis nominiert zu werden, sondern auch mit dem ersten Platz für seine vielfältigen Aktivitäten belohnt zu werden.

Im November 2015 präsentierte der Alt-Owen Förderkreis e.V. dann wie schon vier Jahre zuvor eine Broschüre mit dem vielsagenden Titel Owener Geschichten aus früherer Zeit, zusammengetragen und vorgestellt von Fritz Nuffer. Enträtselt wird darin das Geheimnis um den geheimnisvollen Stein in der Stadtmauer, es wird ein humorvoller Vergleich gezogen vom Armenkasten aus früheren Zeiten zur heutigen Hartz IV-Bürokratie, die erste Fernmeldeanlage in Owen – der „Läutedraht“ des Amtmanns Faber anno 1794 – wird ebenso präsentiert wie ein Gedicht darüber, wie der Posthalter Nilli den späteren König von Württemberg drangsaliert und nicht zuletzt, wie der „China-Schorsch“ 1905 per Schiff nach Tsingtau und dann wieder zurück kam.

Der Alt-Owen Förderkreis e.V. ist nach 15 Jahren, die er nun besteht, zu einer festen Größe im Kulturleben der Stadt Owen geworden und wird auch weiterhin an der Erforschung der Geschichte des „Städtleins Owen“ und dem Aufbau sowie der Betreuung der heimatgeschichtlichen Sammlung im Owener Geschichtshaus arbeiten und in der Jugendarbeit Akzente setzen, um Kinder und Jugendliche an die Heimatgeschichte heranzuführen. Denn wer seine Heimat kennt, kann sich selbstbewusst und souverän auch wie der „China-Schorsch“ in die große weite Welt wagen.